Rainer Lakmann  —  Ein Ostwestfale in Oberbayern!

DU WILLST DAS INTERNET WIRKLICH VERLASSEN?

Du willst das Internet verlassen?


Dann führe nun bitte sorgfältig folgende Schritte durch!

  1. Schließe alle offenen Seiten und Deinen Internetbrowser!

  2. Schalte Deinen Computer oder Dein Smartphone aus!

  3. Nimm nun in mehreren Stufen Kontakt mit Deiner Außenwelt auf!


Stufe 1:
Öffne ein Fenster und atme die frische Luft ein. Achtung, Kontrast und Helligkeit der Außenwelt lassen sich nicht einstellen. Auch auf die Lautstärke kannst Du keinen Einfluss nehmen!
Nimm alles so, wie es ist. Die Geräusche sind keine Simulation; alles ist echt!

Stufe 2:

Gehe einige Schritte durch das Zimmer. Was sich unter Dir bewegt, sind Deine Beine.
Keine Angst, bisher läuft alles normal!

Stufe 3:

Schaue Dich um, ob noch jemand in Deiner Nähe ist, der sich bewegt. Gehe auf ihn oder sie zu und sprich die Person an. Eine Tastatur oder ein Pad sind hierfür nicht erforderlich!
Antwortet Dein Gesprächspartner? Wenn ja, dann sei jetzt bitte vorsichtig: Das ist kein Forum und auch kein Chatroom. Überlege vorher genau, was Du sagen möchtest. Beleidigungen können für Dich zu körperlichen Schäden oder juristischen Konsequenzen führen!

Stufe 4:

Versuche Nahrung zu Dir zu nehmen. Dazu öffne bitte alle Schranktüren. Sollte in einem Schrank ein Licht angehen, dann hast Du den Kühlschrank gefunden. Schau hinein: Ist etwas Essbares darin vorhanden? Bevor Du etwas verzehrst, achte bitte unbedingt auf das Verfallsdatum des Produkts.

Stufe 5:

Verlasse das Haus, um diesen Schrank mit dem Licht zu füllen! Achtung: Wenn Dir alles fremd vorkommt, dann bitte jemanden, Dich zum Lebensmittelgeschäft zu begleiten! Schau Dich um; die Autos sind alle echt; überquere die Straße erst, wenn diese wirklich frei ist. 
So unwahrscheinlich es klingt, hier und jetzt hast Du nur ein Leben. Ein Neustart des Spieles ist nicht möglich, und Du wirst auch keinen Krämer finden, der Dir Heiltränke verkauft!

Stufe 6:

Sollten Dir auf dem Rückweg kleine Kinder entgegen laufen und immer wieder „Papa, Papa…“ oder „Mama, Mama…“ rufen, könnte es sich um Deine eigenen Kinder handeln. Tja, die kleinen Racker hast Du wirklich nicht mehr so groß in Erinnerung; aber macht nichts, wenn Dir erstmal die Namen wieder eingefallen sind, dann wirst Du Dich schnell wieder an sie gewöhnen.

Stufe 7:

Wieder zu Hause angekommen, setzt Du Dich erstmal gemütlich in einen Sessel, aber nicht unbedingt auf den Stuhl vor Deinen Computer!
Klasse, bald hast Du es geschafft. Nun lies mal einige Seiten in einem Buch. Bücher sind die dicken, schweren Dinger, die man aufklappen kann; manche haben sogar schöne bunte Bilder.
Na, merkst Du, wie es beim Lesen oben in Deinem Gehirn arbeitet? Das sind die Gedanken, die Du Dir beim Lesen machst. Es nützt allerdings nichts, wenn Du mit dem Finger auf die Seite klickst oder wischst. Multimedia war gestern, nun wird wieder von Hand umgeblättert.

Stufe 8:

Mehr als 10 Seiten solltest Du am Anfang nicht lesen! Leg das Buch wieder weg, aber nicht zu weit. Nun rufe mal nach Deinem Ehepartner oder Lebensgefährten – das ist die Person, die sich kopfschüttelnd in eine Ecke drückt. Versichere ihr oder ihm, dass alles wieder normal ist und Du Dich einfach nur ändern möchtest.

In den ersten Tagen wird Dir das noch niemand glauben, aber halte durch. Verkaufe morgen sofort Deinen DSL-Router und schaffe Dir vielleicht ein Aquarium an. Es funktioniert so ähnlich wie ein Bildschirmschoner, aber es ist das erste Anzeichen von Besserung.   


Du hast es geschafft!

Herzlich willkommen im realen Leben!

 

Herzlich willkommen im realen Leben!


 

 

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